Feeds:
Posts
Comments

Archive for March, 2007

Multitasking und Slow Movement

flori-with-slipper.jpg

Gibt es ein deutsches Wort dafür – multitasking? Vielleicht … mehrfachschaffend? Naja, ihr wisst schon , was ich meine – mehrere Sachen gleichzeitig tun. Bei den Alphas sind die Weibchen darin anscheinend viel besser als die Männchen. So erlebe ich z.B., wie Alpha Su gleichzeitig Zeitung liest, strickt, Wein trinkt und mit Alpha John spricht. Er dagegen konzentriert sich meist ganz auf eine Sache, so wie ich. Z.B. Essen. Duftmarken draußen lesen und überlegen, von wem sie stammen könnten. In der Sonne dösen. Meinen Napf auf Hochglanz auslecken. Im Hirn einer Multitaskerin muss doch Chaos herrschen, Hochbetrieb wie in einem Bienenstock!

Was mich zum nächsten Punkt bringt, nämlich der Hektik unserer Zeit. “Entdecke deine innere Schildkröte” heißt es auf einer website zum aktuellen Trend des “Slow Movement“. Noch nichts davon gehört? Alles schön langsam angehen, und nie zwei Dinge gleichzeitig. Muss ich Alpha Su einmal empfehlen. Anscheinend hat diese Weltanschauung besonders viele Anhänger in Österreich. Hier soll es einen Verein zur Verzögerung der Zeit geben. Aber ich, ich brauche das alles nicht. Ich schätze mal, dass ich ohnehin 80% meiner Tageszeit verdöse. Spazierengehen, Mali hetzen, Gäste anspringen – das ist dann mein Fitnessprogramm, mein Pilates sozusagen.

Read Full Post »

Ganz entspannt im Hier und Jetzt

floris-breakfast.jpg

Also das bin ich mit meinem Frühstück. English breakfast ist ziemlich füllend für manche unserer Gäste, aber nicht für mich. Normalerweise brate ich mir zwei Würstchen, zwei Scheiben Speck, ein Spiegelei auf gebratenem Toast,  Champignons und natürlich Heinz Baked Beans. Yummy! Aber das brauche ich auch, um mich für meinen Arbeitstag zu rüsten.

Was ich beruflich mache? Ich bin Wachhund in einem Bed & Breakfast, so einer Art Frühstückspension mit Familenanschluss. Fürwahr ein 24 Stunden-Job, aber nicht übel bezahlt (freie Kost & Logis, und meine Tochter Mali haben sie auch netterweise als Lehrling eingestellt).

Ansonsten verdiene ich mir einmal die Woche ein kleines Zubrot bei der Gemeindeverwaltung, wo ich helfe, die Mülltonnen zu leeren. Obwohl ich diese Arbeit ehrenamtlich verrichte, legen mir meine Alphas oft Steine in den Weg und sperren mich an jenen Tagen ein, wenn süße Mülldüfte ums Haus streichen und mich die Pflicht ruft. Meine Gewerkschaft sagt, ich solle Kompromissbereitschaft zeigen – schließlich sind die Beiden sonst in Ordnung. Aber ich finde, diesbezüglich haben meine Alphas echt rassistische Tendenzen. Eine Labradorin ist schließlich ein freier Hund und kein Underdog, seitdem der Sklavenhandel abgeschafft wurde!

Leute, die Pflicht ruft. Muss Küche und Esszimmer aufräumen, Krümel vom Teppich schlecken, auf der Lauer liegen und Gäste anspringen, sobald sie das Haus betreten. Alpha Su schnauzt mich ständig an, wenn ich an Gäste-Alphas hochspringe, gelegentlich einen fragilen auch schon mal ins Schwanken bringe – aber dann wissen die wenigstens, was in mir steckt. Erschrecken ist die beste Vorsorge, meine ich.

Read Full Post »

my song

dogs-and-bins.jpg

My Song

Zäh
wie Schneckenschleim
verstreicht die Zeit
wann ist es endlich
wieder soweit?

(Refrain) Hey hey hey
that’s what I say
wann ist endlich wieder
Müllabfuhr-Tag
geliebter Müllabfuhr-Tag?
Vor den Häusern warten Tonnen
stinken, qualmen, welche Wonnen,
frisch gewagt ist halb erklommen
oh Baby, gimme some
Müllabfuhr-Tag ((Refrain))

Crash!
Der Sack reißt auf
schon quillts heraus
ich krieg zuviel
oh yeah, Schlaraffenland!

(Refrain) Hey hey hey
that’s what I say
wann ist endlich wieder
Müllabfuhr-Tag
geliebter Müllabfuhr-Tag?

Read Full Post »

Bald ist Müllabfuhr-Tag!

kampf_oder_spiel.jpgWieder ein herrlicher Tag. Gerade las ich die Kommentare zum gestrigen Text; ich bin bestimmt nicht pingelig, aber das gestern hat mich umgehauen. Mali riecht wieder normal, Gottseidank. Aber ich muss gestehen, dass ich mich heute erneut wahnsinnig über sie aufgeregt habe, nämlich als sie mir unter dem Tisch, an dem die beiden Alphas gerade frühstückten, einen Kauknochen streitig machen wollte. Ihr hättet mich sehen sollen! Tatsächlich hätte ich ihr fast die Gurgel durchgebissen, der Tisch kippte beinah um und die Alphas fingen an zu schreien. Meine Güte, was für ein Zirkus! Naja, ich muss ja zugeben, dass es eigentlich Malis Kauknochen war – aber selber schuld, wenn sie die Dinger überall rumliegen lässt. Weggegangen, Platz vergangen, oder? Kann man doch auf Knochen übertragen, den Spruch?

Immerhin fuhr Alpha John anschließend mit uns zum Strand. Ich verliere ja völlig meine Connections, wenn sie es so lange schleifen lassen. Ein paar nette Kerle trifft man dort immer wieder. Zum Beispiel Dylan, den soften Pointer mit dem weichen Schlabbermaul, den ich anscheinend ganz schön anmache. Er ignoriert Mali völlig (wie überhaupt die meisten Jungs hier), er hängt nur an mir, und seine Alphas haben immer ordentlich Mühe, ihn zurückzupfeifen.

Ich mache mir schon ein wenig Sorgen um meine Tochter. Sie ist so unselbständig, so abhängig von mir und den Alphas! Bleibt immer auf dem Grundstück, folgt auf den Pfiff – diese Unterwürfigkeit kann sie nicht von mir haben! Also müssen es Montys Gene sein (das ist ihr Vater). Monty, ja… eine nette Erinnerung. Wir hatten sechs Welpen miteinander, vor zwei Jahren, aber seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen. Wie ich gehört habe, ist er manchmal von zu Hause ausgerückt und um unser Haus geschlichen, mit hängender Zunge. Manchmal konnte ich seine Duftmarken an dem ein oder anderen Strauch wahrnehmen – kleine Liebesbeweise an mich. Aber an ein heimliches Treffen mit ihm ist nicht zu denken, denn meine Alphas halten den Bau verschlossen wie Fort Knox.

Überigens habe ich den Verdacht, dass Mali vielleicht gar nicht mein eigen Fleisch und Blut ist, so wenig ähnelt sie mir. Vielleicht sollte ich einmal heimlich einen DNA-Test machen lassen, um das zu überprüfen. Ein Kuckucksei, vielleicht nicht einmal reinrassig. Gut, dass ich sie immer wieder hart rannehme und über die Felder jage, dieses Weichei!

Read Full Post »

Willkommen bei Floris blog!

meine Tochter Mali und ichEin herrlicher Tag heute. Aber Alpha Su fuhr leider nicht mit uns zum Strand, sondern zur alten Bahnlinie. Mali, meine Tochter, musste sich natürlich wieder mal in Fuchsscheiße wälzen. Alpha Su war stinksauer, aber das hätte ich ihr vorher sagen können. Als ich in Malis Alter war, wälzte ich mich auch ganz gern, wenn auch nicht so besessen wie Mali. Heute ziehe ich es vor, starke Duftstellen mit ein paar Tröpfchen zu markieren. Das ist viel eleganter, und Alpha Su scheint darin einen Beweis zu sehen, dass ich ein “dominantes Weibchen” bin. Was das nun wieder soll! Klar bin ich dominant, aber ich weiß, wo mein Platz ist. Nämlich gleich nach Alpha Su und Alpha John, weil die mir mein Futter besorgen.

Ich ahnte schon, dass auf den Spaziergang ein langes Warten im Auto folgen würde. Alpha Su nahm sich mal wieder endlos Zeit für’s Einkaufen, während mir von Malis Gestank fast die Sinne schwanden. Ich muss sagen, je älter ich werde, desto mehr ziehe ich meinen eigentlichen natürlichen Duft vor. Ich muss mich doch nicht mit Fuchsscheiße parfümieren, nur um zu zeigen, wie cool ich bin. Aber Mali ist erst 14 (also zwei Menschenjahre), da hat sie noch kein stabiles Selbstbewusstsein. Nebenbei gesagt: wie sie das mit mir als dominanter Mutter überhaupt jemals erlangen soll, ist mir schon ein Rätsel.

Alpha Su hielt dann noch an unserer Lieblingsmetzgerei, um Würstchen und Speck für die Gäste zu kaufen. Früher brachte sie uns von dort auch oft ein paar ordentliche Rinderknochen mit, die wir dann stundenlang im Garten zernagten. Sie sagt, sie sei es satt, dass ich sie nachts wieder auskotze. Dass ich sie nachts wecke, weil ich Gras fressen muss, das mir das Würgen erleichtert. Dass sie keine Lust mehr hat, bei Wind und Wetter im Nachthemd mit mir ums Haus zu laufen. Mein Gott, wenn ich mich über jede ihrer Eigenarten so aufregen würde… Ich vermisse die Knochen wirklich schmerzlich!

_uacct = “UA-1452715-5”;
urchinTracker();

Read Full Post »